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Simferopol und
die Krim
Mit ihrem milden und heilkräftigen Klima und durch das warme Meer bietet die Schwarzmeerhalbinsel Krim aussergewöhnliche Urlaubsmöglichkeiten. Kein Zufall, dass viele russische Zaren und Adlige und die sowjetischen Parteichefs von Stalin bis Gorbatschow die Halbinsel zu ihrer Sommerresidenz erkoren. Die Krim ist aber auch ein Land der Maler und Schwärmer, der Träumer und Poeten.
Charakteristisch für die Krimlandschaft ist ihre Vielfalt: weite Steppe, massige Berge, sanfte Hügel und schroffe Klippen, malerische Städtchen am Meer, verschlafene Weiler, Sanatorien und Datschensiedlungen, Obstplantagen und verwilderte, verlassene Gärten.
Russen bilden die Mehrheit der Krimbevölkerung, weshalb die Verkehrssprache das Russische ist. Es leben hier aber auch Ukrainer, Griechen, jüdische Karaimer, Armenier und Angehörige anderer Nationalitäten; die Krim war immer ein “multiethnischer” Siedlungsraum.
Die Krim sieht auf eine faszinierende Geschichte zurück. Im ersten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung siedelten hier Tauren und Skythen. Seit dem 6. Jh. gründeten Griechen entlang der Küsten bedeutende Handelsstädte. Zu Beginn unserer Zeitrechnung stand die Halbinsel dann unter römischer Herrschaft. Die strategische Lage der Krim, ihre natürlichen Schätze und wirtschaftlichen Möglichkeiten provozierten ständig wechselnde Machtverhältnisse. Um die Vorherrschaft stritten Tataren, Osmanen und Russen. Als die Krim gegen Ende des 18. Jhs. endgültig in den Einflussbereich der Zaren geriet, durften die Krimbewohner zwar Muslime bleiben, der Khan aber hatte fortan keine politische Macht mehr, er blieb allein religiöses Oberhaupt. Jede Epoche hat auf der Halbinsel Spuren hinterlassen, die zu entdecken eine Krimreise so reizvoll macht. Die wechselvolle Geschichte des Landes spiegelt sich auch in zahlreichen Werken bekannter russischer Schrift-steller wie Alexander Puschkin, Leo Tolstoi, Anton Tschechow und Marina Zwetajewa.
Bis 1917 gab es auch deutsche und Schweizer Siedler, auf deren Spuren man heute noch trifft. Die Krimtataren, die hier vom 14. bis 18. Jh. ihren eigenen Staat besassen, ein Khanat mit Zentrum in Bach-tschissarai, wurden 1944 – als Kollektivstrafe wegen angeblicher Kollaboration mit den Nazibesatzern – nach Zentralasien ausgesiedelt. Erst vor wenigen Jahren erkämpften sie sich das Recht auf Rückkehr. Vielerorts sieht man die oft eigenhändig erbauten neuen Backstein-Häuser.


 

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12:31 Uhr - Montag, 06. September 2010
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