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Die Hauptstadt der Ukraine -
des flächenmässig grössten Staates in Europa
Kyiv
Die Hauptstadt der Ukraine gilt als „Mutter der russischen Städte“. Während ihrer Blütezeit um das Jahr 1000 hatte die Rus hier ihren ersten Mittelpunkt. Heute ist Kyiv eine europäische Metropole, die sich aufmacht, ihre Vergangenheit als sowjetische Provinzstadt hinter sich zu lassen.
Kyiv liegt am Mittellauf des Dnipro, der Grenze zwischen Waldland und Steppe. Bedingt durch die Pufferlage des Landes zwischen Ost und West, wurde die Stadt im Lauf der Jahrhunderte immer wieder zerstört, letztmals infolge der zweijährigen Nazibesatzung:
Über eine Viertelmillion Kyiver wurde ermordet oder deportiert, zurück blieb ein einziges Trümmerfeld. Dies ist der Grund, weshalb in Kyiv die charakteristische Sowjetarchitektur der fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts das Stadtbild prägt. Das Stadtzentrum mit dem Chreschtschatyk, der Kyiver Prachtstrasse, wurde allerdings grossteils originalgetreu wieder aufgebaut und restauriert. Einige Sehenswürdigkeiten haben alle Stürme überlebt, namentlich die Sophienkathedrale, die älteste erhaltene Kirche aus der Zeit der kyiver Rus, und das gewaltige Höhlenkloster. Reizvoll ist nicht zuletzt die Lage am Ufer des Dnipro mit seinen bewaldeten Flussinseln und Parkanlagen.

Aufstieg und Fall der russischen Vielvölkerreiche waren bis in die jüngste Vergangenheit eng an die Be-herrschung oder den Verlust der Ukraine gebunden. Mitte des 17.Jhdts. besiegelte der Anschluss der (in Bezug auf den Dnjepr) „links ufrigen“ Ukraine ans Zarenreich, dessen Aufstieg zur europäischen Grossmacht.
Bei der Auflösung des Zarenreiches am Ende des 1. Weltkrieges, als Finnen und baltischen Völker ihre Unab-hängigkeit erlangten, wurde die selbständige ukrainische Volksrepublik nach zweijährigem Kampf erneut Pro-vinz eines russisch dominierten Vielvölkerstaates - der Sowjetunion. Und bei deren Auflösung fiel der Ukraine wiederum eine Schlüsselrolle zu. Anders als 1918/21 ist die Ukraine heute ein international anerkannter Staat, ein sich rasch, wenn auch nicht schmerzlos modernisierendes Land mit beträchtlichem wirtschaftlichem Poten-tial, ein Land, das sich stark nach Europa hin orientiert.
Weniger wechselhaft als die Geschichte der Ukraine im Spannungsfeld von Grossmächten (neben Russland und Polen-Litauen auch Habsburg im Westen) ist die ukrainische Landschaft. Ganz im Norden die Pripjatsümp-fe, weiter südlich der Mischwaldstreifen, darauf eine Weite, flache Senke die Waldsteppe, die im Süden allmählich in Steppe übergeht. Eigen Charakter haben im Südwesten das Karpatengebiet, im Süden die Schwarzmeerküste mit der Hafenstadt Odessa und die Krim mit einer vielfältigen Landschaft und freundlichem Klima.
 

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23:54 Uhr - Dienstag, 09. März 2010
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