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St. Petersburg - Russlands andere Metropole
 
Russlands andere Metropole
St. Petersburg
Eleganter, stilvoller als Moskau, aber auch betulicher und gesitteter, war St. Petersburg seit seiner Gründung des-sen grosse Konkurrentin – russisches Fenster gen Westen, europäischer Brückenkopf in Russland. Dank seiner Lage an der Newa-Mündung und seinen ungezählten Architekturdenkmälern und Kunstschätzen ist St. Petersburg auch das touristische Juwel Russlands. Mit der Eremitage beherbergt die Stadt überdies eine der wichtigsten Kunstsammlungen der Welt.
Der Kern St. Petersburgs ist auf dem Reissbrett entstanden – eine vollkommen geometrisch angelegte Stadt. 1703 liess Zar Peter der Grosse im sumpfigen Newa-Delta den Grundstein zur neuen Metropole am Finnischen Meerbusen legen. Unter enormen Opfern an Mensch und Material wurde die Stadt vorwiegend von westlichen Baumeistern aus Wien, Florenz und Paris erbaut. Bereits 9 Jahre später zur Kapitale des Russischen Imperiums und Residenzstadt der Zaren erhoben, verlor sie den Hauptstadt-Status erst nach der Oktoberrevolution an Moskau
Von Anfang an war die Städtegründung als politische Demonstration gedacht: Ihre geographische Lage genauso wie das Baukonzept selbst standen für die Westorientierung der absolutistschen Zaren, ihren Anspruch, in der europäischen Politik entscheidend mitzureden. – Unter den Nachfolgern Peters wurde der Ausbau systematisch weitergeführt, es entstanden Kanäle, breite Prospekte wie der Newski und herrliche Bauten: Smolny-Kathedrale, Winterpalais, Isaak-Kathedrale, neue Admiralität.
1914, zu Beginn des I. Weltkriegs, wurde der Name der Stadt russifiziert und im Sinne einer Demonstration gegen Deutschland in Petrograd umbenannt. 1917 war die Stadt Ausgangspunkt der revolutionären Erhebung, welche im Oktober/November zur Errichtung der Rätemacht, später zur Gründung der Sowjetunion führte. Nach Lenins Tod wurde Petrograd zu Ehren des Revolutionärs in Leningrad umbenannt.

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12:58 Uhr - Montag, 06. September 2010
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